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TWINT-Casino legal? Die ESBK-Regeln im Detail

TWINT-Casino legal in der Schweiz: ESBK-Konzession, Geldspielgesetz und regulatorischer Rahmen erklärt

Ladevorgang...

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Die kurze Antwort — und warum die lange trotzdem wichtig ist

Ja, TWINT-Einzahlungen in Online-Casinos sind in der Schweiz legal — sofern das Casino eine gültige ESBK-Konzession besitzt. Das ist die kurze Antwort, und sie ist korrekt. Aber sie reicht nicht aus, um die richtige Entscheidung zu treffen.

In der Schweiz gibt es 2026 genau 9 konzessionierte Online-Casinos. Alle anderen Angebote — egal ob mit Lizenzen aus Malta, Gibraltar, Curaçao oder anderen Jurisdiktionen — sind aus Schweizer Rechtssicht nicht zugelassen. TWINT ist als Zahlungsdienstleister gesetzlich verpflichtet, Transaktionen zu nicht lizenzierten Anbietern zu blockieren. Wer versucht, bei einem nicht konzessionierten Anbieter einzuzahlen, wird nicht nur scheitern — die Zahlung wird aktiv blockiert.

Die Frage «Ist TWINT im Casino legal?» berührt deshalb drei verschiedene Rechtsebenen: das Bundesgesetz über Geldspiele als Grundlage, die Konzessionierung durch die ESBK als Vollzug, und die Zahlungssperren-Pflicht als Durchsetzungsmechanismus. Ich erkläre alle drei, weil die meisten Diskussionen zu diesem Thema — auch unter Experten — nur eine der drei Ebenen betrachten.

Was viele unterschätzen: Die Legalitätsfrage ist keine abstrakte Formalität. Sie hat direkte finanzielle Konsequenzen. Wer bei einem nicht konzessionierten Anbieter spielt, hat bei Auszahlungsstreitigkeiten keine regulatorische Handhabe — keine ESBK, die vermittelt, kein gesetzlich garantiertes Spielerrecht, keine Rückforderungsmöglichkeit. Zusätzlich blockiert TWINT die Einzahlung ohnehin, weil das BGS das ausdrücklich vorschreibt. Die Legalitätsfrage ist deshalb immer vor der ersten Einzahlung zu klären — nicht als Pflichtübung, sondern als Selbstschutz.

Dieser Artikel geht methodisch vor. Ich erkläre den BGS-Rechtsrahmen, die konkreten Kontrollmechanismen der ESBK, die Konzessionsstruktur, die Marktentwicklung und was bei illegalen Transaktionen passiert. Am Ende steht eine praxistaugliche Antwort auf die Frage, woran ich als Nutzer auf den ersten Blick erkenne, ob ein Casino legal ist — und was das für meine TWINT-Zahlung konkret bedeutet.

Das Bundesgesetz über Geldspiele: Warum 2019 alles anders wurde

Wer versteht, wie der Schweizer Online-Glücksspielmarkt strukturiert ist, muss 2019 beginnen. Am 1. Januar 2019 trat das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) in Kraft — und mit ihm eine vollständige Neuordnung des legalen Rahmens für Online-Casinos in der Schweiz.

Vor dem BGS war Online-Glücksspiel in der Schweiz schlicht nicht geregelt. Es gab keine Konzessionierung für Online-Casinos, keinen rechtlichen Betrieb und dementsprechend auch keine staatliche Aufsicht. Das BGS hat das geändert: Es schafft einen klaren Rechtsrahmen, der legales Online-Glücksspiel ausschliesslich über ESBK-konzessionierte Anbieter ermöglicht und alle anderen Angebote unter das Verbotsregime stellt.

Die Kernelemente des BGS für Online-Casinos: Erstens dürfen nur Spielbanken mit ESBK-Konzession Online-Spielleistungen in der Schweiz anbieten. Zweitens sind Zahlungsdienstleister — explizit auch TWINT und Schweizer Banken — verpflichtet, Zahlungen zu Anbietern auf der ESBK-Sperrliste zu blockieren. Drittens können Internetprovider zur DNS-Sperrung nicht lizenzierter Angebote verpflichtet werden. Viertens gelten für Online-Casinos dieselben Spielerschutzpflichten wie für landbasierte Spielbanken — Selbstsperre, Einzahlungslimits, Realitätschecks, Suchtprävention.

Das BGS hat damit eine der restriktivsten, aber auch klarsten Regelungen für Online-Glücksspiel in Europa geschaffen. Es gibt keine Grauzone zwischen konzessioniert und nicht konzessioniert — der rechtliche Abstand ist absolut. Das erklärt, warum die Lizenzierung durch die ESBK nicht eine von mehreren Möglichkeiten ist, sondern die einzige legale.

Ein Aspekt, der im öffentlichen Diskurs oft fehlt: Das BGS reguliert nicht nur die Anbieter, sondern auch die Zahlungsinfrastruktur. TWINT ist damit kein passiver Zahlungskanal — es ist ein aktiver Teil des Regulierungsregimes, mit gesetzlichen Pflichten zur Transaktionsblockierung.

Was das BGS für TWINT-Nutzer spezifisch bedeutet: TWINT ist eine der Kategorien von Zahlungsdienstleistern, die im Gesetz ausdrücklich zur Transaktionsblockierung verpflichtet werden. Das ist keine freiwillige Compliance-Massnahme — es ist eine gesetzliche Pflicht mit Sanktionsandrohung. TWINT hat deshalb keinen Ermessensspielraum: Wenn ein Casino auf der ESBK-Sperrliste steht, wird die Transaktion automatisch abgelehnt, ohne Ausnahme und ohne Umgehungsmöglichkeit für den Nutzer.

Ein Vergleich, der die Besonderheit des Schweizer Modells deutlich macht: Während Staaten wie Malta oder das Vereinigte Königreich offene Lizenzierungssysteme betreiben — d.h. jeder Betreiber, der die Anforderungen erfüllt, kann eine Lizenz beantragen — verknüpft das BGS Online-Konzessionen mit bestehenden landbasierten Spielbankkonzessionen. Das bedeutet: Online-Betreiber in der Schweiz sind immer auch landbasierte Spielbanken mit nachgewiesenem Compliance-Track-Record. Die geschlossene Struktur ist bewusst gewählt, um Qualitätskontrolle auf einem hohen Niveau zu ermöglichen.

Bundesgesetz über Geldspiele BGS 2019 – regulatorischer Rahmen für Online-Casinos in der Schweiz

Die ESBK: Was die Aufsichtsbehörde konkret tut

Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist keine Papierbehörde. Das zu betonen ist mir wichtig, weil ich in der öffentlichen Diskussion häufig das Gegenteil behauptet sehe. Die ESBK hat in den letzten Jahren substanziell gehandelt — und die ESBK selbst weist jeden Vorwurf der Untätigkeit entschieden zurück.

Die ESBK übernimmt drei Kernfunktionen im Schweizer Glücksspielmarkt. Erstens die Konzessionserteilung und -überwachung: Sie prüft Anbieter auf finanzielle Stabilität, Spielerschutzmassnahmen und technische Standards, bevor eine Konzession vergeben wird, und überwacht die Einhaltung laufend. 2026 führte die ESBK 55 Inspektionen in Spielbanken durch — das ist keine symbolische Zahl, das ist aktive Regulierungsarbeit.

Zweitens die Verfolgung nicht lizenzierter Anbieter: Die ESBK pflegt eine öffentlich zugängliche Sperrliste und veranlasst die Blockierung nicht lizenzierter Domains. 2026 verhängte sie 132 Strafentscheide gegen nicht lizenzierte Betreiber und sperrte 467 illegale Online-Spielangebote. Diese Zahlen belegen, dass das Durchsetzungsregime funktioniert — auch wenn nicht lizenzierte Anbieter technisch immer neue Domains einrichten können.

Drittens die Spielerschutzüberwachung: Die ESBK führt das zentrale Spielsperren-Register und prüft, ob konzessionierte Anbieter ihre Spielerschutzpflichten einhalten. Anbieter, die Gesperrten Zutritt gewähren oder Einzahlungslimits nicht durchsetzen, riskieren ihre Konzession.

Ein Aspekt der ESBK-Arbeit, der selten thematisiert wird: Die Behörde arbeitet mit europäischen Partnerbehörden zusammen, um grenzüberschreitende Fälle zu verfolgen. Viele nicht lizenzierte Casinos, die Schweizer Nutzer ansprechen, operieren aus Malta oder Curaçao. Die ESBK kann deren Betrieb nicht direkt stoppen — aber sie kann die Zahlungsinfrastruktur und die DNS-Auflösung in der Schweiz sperren. Das führt in der Praxis zum gleichen Ergebnis: Der Zugang über normale Kanäle wird unterbunden.

Wichtig zu verstehen: Die ESBK überwacht nicht nur externe Bedrohungen, sondern auch die konzessionierten Anbieter selbst. Die Konzession ist keine dauerhafte Freikarte, sondern eine kontinuierliche Betriebserlaubnis unter Aufsicht. Jede Inspektion prüft die Umsetzung der Spielerschutzmassnahmen — Selbstsperren, Einzahlungslimits, Realitätschecks, KYC-Verfahren. 2026 wurden 55 solcher Inspektionen durchgeführt. Ein konzessioniertes Casino, das Schwachstellen in diesen Bereichen aufweist, riskiert Bussgelder oder in schwerwiegenden Fällen den Konzessionsentzug.

ESBK-Aufsicht und Inspektionen in konzessionierten Schweizer Spielbanken 2024

Konzession Typ A und Typ B: Was der Unterschied für TWINT-Casinos bedeutet

Die Konzessionsstruktur der Schweiz ist feiner differenziert, als die meisten Nutzer wissen — und das Missverständnis, alle ESBK-Lizenzen seien identisch, ist weit verbreitet. Ich erkläre den Unterschied, weil er direkte Konsequenzen für das Online-Angebot und damit für TWINT-Einzahlungen hat.

Eine Konzession Typ A setzt einen jährlichen Bruttospielertrag von über 30 Millionen Franken am konzessionierten Standort voraus. Typ-A-Anbieter sind typischerweise die grossen, traditionsreichen Schweizer Spielbanken — in Standorten wie Zürich, Bern, Genf, Davos oder Luzern. Eine Konzession Typ B setzt einen Bruttospielertrag von über 10 Millionen Franken voraus und gilt für kleinere Standorte.

Seit dem 1. Januar 2026 ist die Schweiz in 23 Konzessionszonen eingeteilt — 10 Zonen mit Typ-A-Konzession und 13 mit Typ-B-Konzession. Diese Zoneneinteilung regelt, welcher Anbieter in welcher Region operieren darf. Sie ist keine Qualitätsstufe, sondern eine geografische Marktstrukturierung.

Für Online-Casinos ist die Typ-A- oder Typ-B-Unterscheidung direkt relevant: Eine Online-Konzession ist an die bestehende stationäre Konzession des Betreibers geknüpft. Das bedeutet, dass ein Typ-B-Anbieter sein Online-Casino in der Schweiz betreiben darf — er muss aber die gleichen Spielerschutzstandards wie ein Typ-A-Anbieter einhalten. Der Unterschied liegt im BSE-Schwellenwert des Standorts, nicht in der Qualität der Online-Plattform oder der Verfügbarkeit von TWINT.

Was das für Nutzer konkret heisst: Ob das Casino eine Typ-A- oder Typ-B-Konzession hat, sagt nichts darüber aus, ob TWINT als Zahlungsmethode verfügbar ist oder wie gut die Spielerschutzmassnahmen sind. Beide Konzessionstypen unterliegen identischen BGS-Vorgaben. Eine ausführliche Erklärung der Konzessionsunterschiede und ihrer praktischen Konsequenzen bietet die Analyse Konzession A oder B: Was der Unterschied für TWINT-Casinos bedeutet.

Konzessionstypen A und B im Schweizer Online-Casino-Markt im Vergleich

Die 9 konzessionierten Online-Casinos: Markt und Zahlen

Neun Anbieter — das ist auf den ersten Blick eine kleine Zahl für einen Markt von 8,7 Millionen Menschen. Im Kontext der Schweizer Regulierungsphilosophie macht sie aber Sinn: Der BGS hat bewusst kein unbegrenztes Lizenzierungsmodell geschaffen, sondern ein streng reglementiertes System, das Qualitätskontrolle ermöglicht.

Diese 9 Online-Casinos stehen im Verbund mit den 19 landbasierten Spielbanken, die parallel betrieben werden. Viele der Online-Konzessionen sind mit bekannten landbasierten Marken verbunden — der Übergang von physischen Spielbanken zum Online-Betrieb war ein zentrales Motiv des BGS. Die Idee: Anbieter mit bewährtem Compliance-Track-Record aus dem landbasierten Bereich sollen den Online-Markt strukturieren.

Die Marktentwicklung seit der BGS-Einführung ist bemerkenswert. Der Bruttospielertrag der legalen Online-Casinos stieg 2026 um 8,5 Prozent, während der Bruttospielertrag der landbasierten Spielbanken um 5,8 Prozent sank. Die Verschiebung vom stationären zum digitalen Betrieb ist auch im Schweizer Glücksspielmarkt dokumentierbar. 2026 erwirtschafteten die Online-Casinos rund 310 Millionen Franken Bruttospielertrag, die landbasierten Spielbanken 588 Millionen Franken.

Zum Vergleich: 2020 — also im ersten vollen Jahr nach der Einführung der Online-Konzessionen — lagen die Erlöse der Online-Casinos bei 186,8 Millionen Franken, und das bei damals nur sieben in Betrieb befindlichen Anbietern. Das Wachstum ist strukturell, nicht zufällig: Die Nachfrage nach bequemen, legalen Online-Spielangeboten in der Schweiz übersteigt das Angebot der 9 konzessionierten Anbieter — was gleichzeitig erklärt, warum nicht lizenzierte Offshore-Anbieter weiterhin Nachfrage generieren.

Ein Blick auf die Wachstumsdynamik zeigt, dass die geschlossene Struktur des Marktes keine Bremse für die Nachfrage darstellt: Der Bruttospielertrag der legalen Online-Casinos wuchs 2026 um 8,5 Prozent — während der landbasierte Bereich gleichzeitig um 5,8 Prozent schrumpfte. Das ist eine strukturelle Verschiebung, keine Schwankung. Die Nachfrage nach bequemen, sicheren Online-Spieloptionen ist in der Schweiz eindeutig vorhanden und wächst weiter.

Dass trotz dieser Wachstumsdynamik ein erheblicher Teil des Spielumsatzes an nicht konzessionierte Anbieter fliesst — Schätzungen gehen von rund 180 Millionen Franken jährlich aus — zeigt, dass neun Anbieter den Markt noch nicht vollständig abdecken. Das ist ein regulatorisches Dilemma: Mehr Konzessionen würden den Marktanteil nicht lizenzierter Anbieter reduzieren, aber die Kontrolldichte pro Anbieter senken. Die ESBK hat bisher das Qualitätskontroll-Modell priorisiert.

Bruttospielertrag Schweizer Online-Casinos 2024: Wachstum und Marktentwicklung

Was bei illegalen TWINT-Zahlungen an nicht lizenzierte Casinos passiert

Ich werde regelmässig gefragt, was konkret passiert, wenn jemand versucht, mit TWINT bei einem nicht konzessionierten Anbieter einzuzahlen. Die Antwort ist mehrstufig, und alle Stufen laufen gegen den Nutzer.

Erstens blockiert TWINT die Transaktion. Zahlungsdienstleister in der Schweiz — explizit eingeschlossen TWINT, PostFinance und alle lizenzierten Banken — sind gesetzlich verpflichtet, Zahlungen zu Anbietern auf der ESBK-Sperrliste zu blockieren. Diese Pflicht gilt ohne Ausnahme. Sie können als Nutzer nicht «dagegen ankämpfen» — die Blockierung ist automatisch, sofort und technisch erzwungen.

Zweitens ist der Versuch rechtlich nicht neutral. Zwar werden Spieler in der Schweiz für das Spielen bei nicht konzessionierten Anbietern nicht strafrechtlich verfolgt — das BGS richtet seine Sanktionen primär gegen die Betreiber. Aber die Tatsache bleibt: Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, geniesst keinen Spielerschutz, kein Spielsperren-Register, kein KYC-gestütztes Identitätssystem und keine Einzahlungslimits.

Drittens ist das finanziell problematisch. Eine KPMG-Schätzung geht davon aus, dass rund 180 Millionen Franken jährlich unkontrolliert an ausländische, nicht lizenzierte Anbieter fliessen. Bei diesen Anbietern gibt es keine Rückforderungsmöglichkeit bei technischen Problemen, keine Regulierungsbehörde, die bei Streitfällen eingeschaltet werden kann, und kein garantiertes Spielerrecht. Auszahlungen können willkürlich verweigert oder verzögert werden.

2026 wurden 132 Strafentscheide gegen nicht lizenzierte Betreiber gefällt und 467 illegale Online-Spielangebote gesperrt. Diese Zahl zeigt, dass die ESBK aktiv verfolgt — und dass das Angebot gross genug ist, um weiterhin problematisch zu sein.

Was für Nutzer besonders relevant ist: Auch wenn in der Schweiz keine strafrechtlichen Konsequenzen für das Spielen bei nicht konzessionierten Anbietern vorgesehen sind, sind die praktischen Risiken erheblich. Auszahlungen können willkürlich verzögert oder verweigert werden, ohne dass eine Regulierungsbehörde eingreift. Im Streitfall haben Spieler keine rechtlich durchsetzbare Position. Diese Schutzlosigkeit ist der entscheidende Unterschied zu konzessionierten Anbietern — und er besteht unabhängig davon, ob TWINT die Zahlung blockiert oder nicht.

TWINT-Zahlung an illegales Casino wird durch die ESBK-Sperrliste blockiert

Steuern und AHV-Beiträge: Wie der Staat an konzessionierten Casinos verdient

Die Spielbankenabgabe ist das fiskalische Kernstück des Schweizer Glücksspielmodells — und ein Argument, das in öffentlichen Debatten zur Frage «warum überhaupt konzessionierte Casinos?» selten vollständig dargestellt wird.

Konzessionierte Schweizer Spielbanken und Online-Casinos entrichten zwischen 40 und 80 Prozent ihres Bruttospielertrags als Spielbankenabgabe an den Bund. Das ist einer der höchsten Abgabesätze im internationalen Vergleich. Diese Mittel fliessen direkt in den AHV-Ausgleichsfonds — die Schweizer Altersvorsorge. Allein 2020 generierten die Spielbanken 248 Millionen Franken für die AHV, davon 78 Millionen Franken aus Online-Casinos.

Die wirtschaftliche Logik ist klar: Der Staat hat ein erhebliches fiskalisches Interesse daran, dass das Spielvolumen bei konzessionierten Anbietern verbleibt und nicht in den unkontrollierten Offshore-Bereich abfliesst. Das ist auch der Grund, warum die ESBK aktiv verfolgt und die Zahlungsdienstleister zur Mitarbeit verpflichtet wurden. Jeder Franken, der an einen nicht lizenzierten Anbieter geht, entzieht sich der AHV-Abgabe.

Für Spieler ändert die Spielbankenabgabe nichts an der Steuerpflicht auf Gewinne: Gewinne aus konzessionierten Schweizer Casinos sind für Gelegenheitsspieler in der Regel steuerfrei. Die Steuerlast liegt vollständig beim Betreiber.

Was im öffentlichen Diskurs häufig vermischt wird: die Spielbankenabgabe, die Betreiber zahlen, und eine allfällige Einkommensteuerpflicht der Spielenden. Diese sind rechtlich vollständig voneinander getrennt. Selbst wenn ein Betreiber einen hohen Abgabesatz entrichtet, hat das keine Auswirkung auf die steuerliche Einordnung der Spielergewinne. Und umgekehrt: Dass ein Spieler Gewinne steuerfrei erhält, bedeutet nicht, dass keine Steuer anfällt — sie wird nur auf einer anderen Ebene, beim Betreiber, erhoben. Das Modell ist kohärent, aber nicht intuitiv, was die regelmässige Verwirrung erklärt.

Woran ich ein legales TWINT-Casino erkenne: Merkmale in der Praxis

Die theoretische Antwort — «Prüfen Sie die ESBK-Konzession» — ist korrekt, aber unvollständig für den tatsächlichen Nutzungsalltag. Ich beschreibe konkret, was ich beim Prüfen beobachte und worauf ich achte.

Das erste und wichtigste Merkmal ist die Konzessionsnummer. Jedes ESBK-konzessionierte Casino zeigt seine Konzessionsnummer transparent — üblicherweise im Footer, auf der «Über uns»-Seite oder im Bereich «Rechtliches». Das Format ist standardisiert, die Nummer lässt sich auf der ESBK-Website verifizieren. Wenn stattdessen ausländische Lizenznummern angezeigt werden — Malta Gaming Authority, Gibraltar, Curaçao eGaming — ist der Anbieter in der Schweiz nicht zugelassen. Das ist ein Ausschlusskriterium ohne Ermessensspielraum.

Das zweite Merkmal ist die Spielerschutz-Sektion. Konzessionierte Anbieter müssen BGS-konforme Spielerschutzmassnahmen implementieren — Selbstsperren, Einzahlungslimits, Verweis auf das Schweizer Spielsperren-Register. Diese Sektion ist bei legalen Anbietern spezifisch auf die Schweizer Regulierung zugeschnitten: konkrete Verweise auf das BGS und auf die ESBK. Bei nicht lizenzierten Anbietern ist die Spielerschutzseite oft generisch gehalten und bezieht sich auf maltesische oder andere Regelwerke.

Das dritte Merkmal ist das TWINT-Zahlungsverhalten selbst. TWINT blockiert Transaktionen zu Anbietern auf der ESBK-Sperrliste automatisch. Wenn meine TWINT-Zahlung beim Einzahlungsversuch abgelehnt wird, ist das ein starkes Signal: Der Anbieter ist gesperrt. Umgekehrt ist eine erfolgreiche TWINT-Einzahlung ein Hinweis auf eine gültige Konzession — aber kein absoluter Beweis, da Sperrlisten mit gewisser Verzögerung aktualisiert werden.

Das vierte Merkmal ist die Qualität der Kommunikation zu regulatorischen Themen. Konzessionierte Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, über ihren Konzessionsstatus, ihre Spielerschutzmassnahmen und die Datenschutzgrundlagen transparent zu informieren. Wenn diese Informationen schwer zu finden sind, in generischem Marketingdeutsch verfasst und ohne konkrete behördliche Referenzen — ist das ein Warnsignal. Legale Anbieter in der Schweiz kommunizieren regulatorische Informationen klar, weil sie dazu verpflichtet sind.

ESBK-Konzessionsnummer im Footer eines legalen Schweizer TWINT-Casinos prüfen

Häufige Fragen zur Legalität von TWINT-Casinos in der Schweiz

Wer kontrolliert TWINT-Casinos in der Schweiz?

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) ist die zuständige Aufsichtsbehörde für alle konzessionierten Spielbanken und Online-Casinos in der Schweiz. Sie erteilt Konzessionen, führt Inspektionen durch, betreibt das zentrale Spielsperren-Register und veranlasst die Sperrung nicht lizenzierter Angebote. Zusätzlich unterliegen Online-Casinos der Geldwäscheaufsicht durch weitere Bundesbehörden. TWINT als Zahlungsdienstleister steht unter der Aufsicht der FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) und ist durch das BGS verpflichtet, Zahlungen zu gesperrten Casinos zu blockieren.

Welche Strafen drohen bei Spielen in illegalen Online-Casinos?

Das Schweizer Recht richtet seine Sanktionen primär gegen die Betreiber nicht lizenzierter Casinos, nicht gegen die Spieler. Für Nutzer gibt es derzeit keine direkten strafrechtlichen Konsequenzen für das Spielen bei einem nicht konzessionierten Anbieter. Die faktischen Nachteile sind aber erheblich: kein Spielerschutz, keine Einzahlungslimits, kein zentrales Spielsperren-Register, kein gesetzlicher Anspruch auf Auszahlungen und keine Regulierungsbehörde bei Streitfällen. Zudem blockiert TWINT die Einzahlung automatisch, sodass der Versuch technisch scheitert.

Wie viele Online-Casinos sind in der Schweiz aktuell konzessioniert?

2026 sind in der Schweiz 9 Online-Casinos mit gültiger ESBK-Konzession in Betrieb. Diese Zahl steht im Kontext von 19 landbasierten Spielbanken, die parallel operieren. Die meisten Online-Konzessionen sind an bestehende landbasierte Betreiber geknüpft. Die aktuelle Liste der konzessionierten Anbieter ist auf der Website der ESBK öffentlich einsehbar und wird laufend aktualisiert.

Gilt eine ESBK-Konzession auch im Fürstentum Liechtenstein?

Das Spielsperren-Register der ESBK gilt seit dem 7. Januar 2026 auch im Fürstentum Liechtenstein. Das bedeutet: Wer in der Schweiz eine Spielsperre hat, ist auch in Liechtenstein gesperrten Spielbankbesuchen ausgeschlossen und umgekehrt. Die ESBK-Konzession selbst ist auf die Schweiz beschränkt und gilt nicht für den Betrieb in Liechtenstein — aber die Spielschutzmassnahmen, insbesondere das Spielsperren-Register, sind seit 2026 grenzüberschreitend harmonisiert.