Die 23 Schweizer Konzessionszonen ab 2026: Karte und Bedeutung für TWINT-Casinos
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Ab 2026 gibt es 23 definierte Zonen statt eines offenen Systems
Mit dem 1. Januar 2026 trat eine bedeutende Systemumstellung im Schweizer Spielbankrecht in Kraft: Die Schweiz wurde in 23 klar definierte Konzessionszonen eingeteilt — 10 Zonen vom Typ A und 13 Zonen vom Typ B. Das ist keine marginale Formalität, sondern eine strukturelle Neuordnung des Konzessionierungssystems, die der Bundesrat beschlossen hat.

Vor dieser Reform war das System weniger klar gegliedert. Die neue Zoneneinteilung schafft eindeutige geografische Zuordnungen: Jede Zone ist räumlich definiert, und in jeder Zone kann genau eine Spielbank-Konzession erteilt werden. Das verhindert, dass mehrere Betreiber in unmittelbarer Nähe konkurrieren, und schützt gleichzeitig die wirtschaftliche Grundlage bestehender Betreiber.
Was eine Konzessionszone ist
Eine Konzessionszone ist ein geografisch abgegrenztes Gebiet der Schweiz, für das eine Spielbank-Konzession erteilt werden kann. Die Zone definiert, wo ein konzessionierter Betreiber einen Standort eröffnen und betreiben darf. Ausserhalb seiner Zone darf ein Betreiber keine weitere stationäre Spielbank betreiben — jedenfalls nicht unter derselben Konzession.

Die Zonengrenzen orientieren sich an verschiedenen Faktoren: wirtschaftliches Einzugsgebiet, bestehende Spielbankstandorte, Erreichbarkeit und Bevölkerungsdichte. Die genauen Grenzen hat der Bundesrat in enger Abstimmung mit der ESBK festgelegt. Das Ergebnis sind 23 Zonen unterschiedlicher Grösse und wirtschaftlicher Bedeutung — von grossstädtischen Agglomerationen bis zu touristisch relevanten Bergregionen.
Karte der 10 A-Zonen und 13 B-Zonen
Die 10 A-Konzessionszonen umfassen die wirtschaftlich stärksten Einzugsgebiete der Schweiz. Die grossen Stadte und Agglomerationen wie Zürich, Genf, Basel und Bern sind typischerweise A-Zonen, weil hier das wirtschaftliche Potenzial für einen BSE von über 30 Millionen Franken realistischerweise gegeben ist.

Die 13 B-Konzessionszonen umfassen kleinere Stadte, Tourismusregionen und weniger dicht besiedelte Gebiete. In diesen Zonen sind Spielbanken mit einem BSE von über 10 Millionen Franken tragfähig — kleiner als in den A-Zonen, aber wirtschaftlich eigenständig.
Wichtig zu verstehen: Die Zonenzuordnung (A oder B) definiert nicht die Qualität des Angebots, sondern das wirtschaftliche Anforderungsniveau und das zulässige Spielangebot. Beide Zonentypen unterliegen derselben ESBK-Aufsicht und denselben Spielerschutzpflichten.
Entscheidung des Bundesrats 2026
Die neue Zoneneinteilung wurde 2026 vom Bundesrat beschlossen und trat zum 1. Januar 2026 in Kraft. Diese Entscheidung war das Ergebnis einer längeren Reformdiskussion im Nachgang zur Einführung des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS) im Jahr 2019, das erstmals ein einheitliches Regelwerk für Spielbanken und Online-Casinos schuf.

Ein wesentliches Ziel der Zoneneinteilung: Rechtssicherheit für bestehende und neue Betreiber. Wer in einer bestimmten Zone eine Konzession hat, weiss, in welchem geografischen Rahmen er operieren darf — und wer in dieser Zone kein Konkurrent sein wird, weil nur eine Konzession pro Zone möglich ist. Das ist ein stabiles wirtschaftliches Fundament für Investitionen in Spielbankinfrastruktur.
Bedeutung für Online-TWINT-Casinos
Für Online-Casinos ist die Zoneneinteilung primär eine Formalie: Online-Angebote sind landesweit zugänglich und nicht an eine bestimmte Zone gebunden. Der Hintergrund ist aber relevant: 2026 sind 9 Online-Casinos in der Schweiz konzessioniert und in Betrieb. Diese neun Online-Casino-Konzessionen basieren auf bestehenden Spielbank-Konzessionen — jeder Online-Casino-Betreiber hat auch eine stationäre Konzession in einer der 23 Zonen. Die Online-Konzession ist eine Erweiterung dieser stationären Konzession, keine eigenständige Erlaubnis.

Für Spielende, die mit TWINT einzahlen wollen, ist die Zonenzugehörigkeit des Betreibers unerheblich. Was zählt, ist die gültige ESBK-Konzession — egal in welcher Zone. Ob ein TWINT-Casino seinen stationären Standort in Zürich oder in Luzern hat, ändert nichts an der TWINT-Integration, den Spielerschutzpflichten oder den Konditionen für Spielende. Mehr zum Unterschied zwischen A- und B-Konzessionen erkläre ich im Artikel Konzession A oder B — was das für TWINT-Casinos bedeutet.
Was die Zoneneinteilung für den Markt bedeutet
Die klare Zoneneinteilung hat auch Konsequenzen für den Wettbewerb: Wo früher mehrere Betreiber in einer Region um eine Konzession konkurrieren konnten, gibt es nun eine feste Zuordnung. Das kann Investitionen stabilisieren und die Planungssicherheit für Betreiber erhöhen. Gleichzeitig begrenzt es den Wettbewerb — was für Spielende bedeutet, dass die regionale Wahlmöglichkeit stationär eingeschränkt ist.
Online ist dieser Effekt nicht spürbar: Online-Casinos konkurrieren landesweit, unabhängig von ihrer Zonengrenze. Spielende können bei jedem der neun konzessionierten Online-Casinos spielen — mit TWINT oder einer anderen angebotenen Zahlungsmethode. Die Zoneneinteilung begründet keine Exklusivität im Online-Bereich.
Geschichte der Zoneneinteilung vor 2026
Vor der Einführung der 23 Konzessionszonen zum 1. Januar 2026 funktionierte das Schweizer Spielbanksystem mit einem weniger klar strukturierten Zonensystem. Die Grundlage bildete das alte Spielbankengesetz, das 1998 in Kraft getreten war und bis zur Ablösung durch das BGS 2019 galt. Das BGS schuf den Rahmen für die Neuordnung, aber die konkrete Umsetzung der Zoneneinteilung folgte erst 2026 durch Bundesratsbeschluss.
In der Zwischenphase zwischen BGS-Inkrafttreten 2019 und der neuen Zoneneinteilung 2026 operierten die bestehenden Spielbanken auf Grundlage ihrer alten Konzessionen. Die neue Zoneneinteilung brachte dann Klarheit: Welche Zone gehört wem? Wo gibt es freie Zonen? Welche Betreiber müssen ihre Konzession erneuern oder anpassen? Diese Fragen wurden mit dem Bundesratsbeschluss 2026 geklärt.
Was Spielende konkret wissen müssen
Für Spielende ist die Zoneneinteilung eine Hintergrundinformation, die das regulatorische System erklärt, aber keine direkten Auswirkungen auf das Spielerlebnis hat. Man muss nicht wissen, in welcher Konzessionszone das bevorzugte Online-Casino seine stationäre Spielbank betreibt, um dort per TWINT spielen zu können.
Was man als Spielender wissen sollte: Konzessionierte Betreiber sind auf der ESBK-Website gelistet. Wer dort gelistet ist, hat eine gültige Konzession und darf in der Schweiz Online-Glücksspiele anbieten. Wer nicht gelistet ist, betreibt kein konzessioniertes Angebot — egal in welcher Zone oder unter welchem Markenname. Die Zoneneinteilung ist für Betreiber und Regulierer relevant; für Spielende ist die Positivliste der konzessionierten Casinos die massgebliche Informationsquelle.
Offene Zonen und Neuvergabe von Konzessionen
Die Einführung der 23 Konzessionszonen bedeutet, dass es definierte geografische Einheiten gibt, für die jeweils eine Konzession vergeben werden kann. Nicht alle Zonen sind zwingend vergeben — es ist möglich, dass einzelne Zonen noch nicht mit einem konzessionierten Betreiber besetzt sind. Diese offenen Zonen sind potenzielle Einstiegspunkte für neue Marktteilnehmer, die eine Spielbankkonzession in der Schweiz beantragen möchten.
Der Bewerbungsprozess für eine neue Konzession ist aufwendig und reguliert. Er läuft über die ESBK und erfordert den Nachweis finanzieller Solidität, technischer Eignung und regulatorischer Compliance-Fähigkeit. Für bestehende Betreiber, die ihre Konzession innerhalb der neuen Zonenstruktur angepasst haben, ist dieser Prozess weniger aufwendig — sie erneuern oder bestätigen im Wesentlichen eine bestehende Konzession in einem neuen rechtlichen Rahmen.
